Wanderungen am Cabo Mondego (Figueira da Foz, Portugal)

Wir machen während des ganzen Jahres (normalerweise an den Wochenenden) kleinere Wanderungen und Naturführungen in der Region der Serra da Boa Viagem und Strand von Quiaios (Figueira da Foz). Unser Ziel ist, die Naturbestände dieser Region aufzuzeigen. Besuchen Sie einen der wertvollsten Biodiversitätsbestände Portugals!

Domingo, 25 de Setembro de 2011

Wanderwege am Cabo Mondego (Figueira da Foz)

Wanderwege am Cabo Mondego und in der Freguesia von Quiaios (Figueira da Foz)

(Caminhadas na Freguesia de Quiaios)


- Wanderpfade -

Associação "Trilhos de Esplendor"

(Praia de Quiaios)



Einleitung

Die Freguesia von Quiaios, welche sich der Serra da Boa Viagem und dem Cabo Mondego nach Norden hin anschliesst, gehört der Gemeinde von Figueira da Foz (Distrikt Coimbra) an. Ebenfalls zu Quiaios, bzw. Figueira da Foz, gehören die Siedlung "Praia de Quiaios" - der "Strand von Quiaios" und das Dörfchen Murtinheira, welches sich am Nordhang der Serra da Boa Viagem direkt im Anschluss an das Cabo Mondego befindet. Südlich des Cabo Mondego befindet sich eine altes Fischerdorf, Buarcos, welches geschichtlich Bedeutung wegen eines jetzt nicht mehr existierenden Hafens hat. In früheren Zeiten bestand eine enge kulturelle Beziehung zwischen diesen beiden Dörfern, Buarcos und Murtinheira, die sich noch während des Festes "Sr. dos Aflitos", das in Murtinheira am 1. Sonntag im Oktober stattfindet, bemerkbar macht, und an dem von der heimischen Bevölkerung regelmässig eine Wanderung von Buarcos entlang des Cabo Mondegos zur Kapelle in Murtinheira gemacht wird.

Die Freguesia von Quiaios befindet sich in einem Mosaik unterschiedlicher Landschaften und Ökosysteme, welches die Freguesia für den Naturliebhaber und Wanderer zu einem anziehenden, bisher weitgehend unentdeckten Touristenort macht.

Man findet hier seltene Pflanzen und Tiere in Dünenökosystemen, eutrophen Dünenseen und auf Kalktriften am Hang der Serra da Boa Viagem. Die Serra da Boa Viagem und das Cabo Mondego sind geologisch besonders wertvoll und gehören dem Mittleren und Oberen Jura sowie der Unteren Kreide an. Für den Fossilienliebhaber findet sich hier ein reicher Schatz an Ammoniten und anderen Fossilien dieses geologischen Zeitraums. Am Cabo Mondego haben sich Riffe ausgebildet, die auch die Meeresfauna und -flora der Küste des Atlantiks gut repräsentieren. Das Estuar von Figueira am Unterlauf des Mondego ist ein Vogelparadies, welches der Ramsarkonvention unterliegt.


Die Landschaften der Freguesia von Quiaios lassen sich in 4 Hauptgruppen aufteilen:


  1. Die Serra da Boa Viagem mit Kalkformationen und Fossilien der Jura- und Kreidezeit sowie einer Flora und Fauna auf Kalkwiesen und an Kalkhängen, die dem rauhen atlantischen Klima mit der Ausbildung von Zwerg- und Polsterpflanzen gut angepasst ist - ideal für naturkundliche Wanderungen und Touren mit Mountain-Bikes;
  2. Die Riffe de Cabo Mondego mit einer interessanten Meeresflora und -fauna - besonders die Meerealgen und benthische Fauna des Küstenlitorals bilden einen interessanten Kontrast zu der Flora und Fauna der Serra.
  3. Die Strände und Dünen von Quiaios - hier finden sich kilometerweit unerschlossene Sandstrände und Dünen mit charakteristischer Dünenvegetation - an die Primär und Sekundärdünen schliessen sich mit Pinien bepflanzte Tertiärdünen an, die zu Wanderungen und Radtouren einladen. Aber auch der Pilzsammler kommt hier im Herbst auf seine Kosten, wo der Grüne Ritterling (Tricholoma equestris) von der heimischen Bevölkerung ausgiebig gesammelt wird.
  4. Die Dünenseen von Quiaios - Lagoa da Braça, Lagoa da Vela und Lagoa da Salgueira - ein Paradies zur Entspannung und Vogelbeobachtung.


Die Estuare von Figueira und Aveiro, die nicht mehr Quiaios zuzurechenen sind, aber aufgrund der kurzen Entfernungen leicht von Quiaios aus zu erreichen sind und ebenfalls charakteristische Ökosysteme mit reicher Flora und Fauna ausgebildet haben, sind weitere interessante Anziehungspunkte der Region. Besonders ornithologisch sehr wertvoll. Im Estuar von Figueira ist eine grössere Flamingo-Population (ca 50 Individuen) fast ständig zu beobachten - und zu den Zugzeiten findet sich hier regelmässig der seltene Fischadler (Pandion halaetus). Verschiedene Reiherspezies, Weisstorch und Limikolen sind im Estuar von Mondego ständig zu beobachten.


Beschreibung der Wanderwege - Ökologische und Geologische Wanderungen in der Freguesia von Quiaios



Unter der landschaftlichen und ökologischen Gruppierung beschreiben wir hier einige Wanderwege der Freguesia von Quiaios und stellen die dazugehörigen Karten ins Netz. Diese Wanderungen werden auch vom Umweltverein "Trilhos de Esplendor" mit Sitz "Praia de Quiaios" als geführte Wanderungen (in Deutscher, Englischer und Portugiesischer Führung) angeboten. Nähere Auskunft zu den angebotenen Wanderungen sind bei dem Verein "Trilhos de Esplender" erhältlich: Trilhos de Esplendor (Tel. 967460855 oder Mail: horst.engels@gmail.com).



Karte 1 - Übersicht der Wanderwege in der Freguesia von Quiaios

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1. Rundwanderweg in der Serra da Boa Viagem





Karte 2 - Rundwanderweg (violett eingezeichnet) in der Serra da Boa Viagem (mit Alternativstrecken - blau und rot eingezeichnet)

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Dieser Rundwanderweg führt am Cabo Mondego entlang zum Leuchtturm (Farol) vom Cabo Mondego und zu dem Aussichtspunkt "Bandeira" der Serra da Boa Viagem. Von der Bandeira aus hat man einen herrlichen Ausblick auf die Atlantikküste und die Dünenwälder von Quiaios. Bei klarem Wetter kann man nördlich die Fischerdörfer Tocha und Mira erkennen.

Der Rundwanderweg weist keine grösseren Schwierigkeiten auf und führt über asphaltierte Strassen, die jedoch kaum befahren sind. Eine Ausnahme bildet der Abschnitt zwischen Quiaios und dem Strand von Quiaios, der im Sommer und morgens und abends stärker befahren ist. Es wurden deshalb Alternativstrecken in die Wanderkarte aufgenommen, die jedoch nicht im Feld ausgezeichnet sind. In den Dünenwäldern von Quiaios kann man leicht die Orientierung verlieren, weshalb eine Begleitung durch Personen mit Ortskenntnissen oder das Mitführen eines Kompasses und eines Handys durchaus ratsam ist. Zu den Aussichtspunkten "Farol" und "Bandeira" sowie der Freguesia von "Quiaios" besteht eine ausreichende Beschilderung in der Serra.

Ein weiterer Anziehungspunkt dieser Rundwanderung sind ein versinterter Wasserfall und die Ruine einer Wassermühle (cascata e moinho de água), die in die Wanderkarte eingetragen sind und über einen der Alternativpfade von Quiaios aus zu erreichen sind.

Bei den Alternativpfaden in der Serra sollte auf festes Schuhwerk nicht verzichtet werden, da die Pfade zum teil steinig sind. Bei schlechtem Wetter, wie Nebel oder Regen, sollten die Alternativpfade nicht benutzt werden. (Der in der Karte blau eingezeichnete Alternativpfad ist bei Regenwetter ohne Gummistiefel nicht zu empfehlen; der rot eingezeichnete Alternativpfad, obwohl landschaftlich besonders schön, sollte bei Regen und Nebel wegen Absturz- und Verletzungsgefahr an den Steilhängen der Serra auf keinen Fall benutzt werden).


Länge des Rundwanderwegs: 16,1km.


Beobachtungen:

Die Serra da Boa Viagem bietet einen herrlichen Ausblick auf das Cabo Mondego und die atlantische Küstenlinie mit den Dünen von Mira, Gândara und Quiaios. Diese Dünen sind erst in den Jahren zwischen 1930 und 1940 mit Pinien aufgeforstet worden und bildeten zuvor eine riesige Fläche mit Wanderdünen. Das Cabo Mondego besteht aus einer jurassischen Kalkplatte mit aussergewöhnlich gut erhaltenen geologischen Strukturen.  In den jurassichen Kalken sind Ammoniten, Belemniten, Branchiopoden, Bivalvia und Gastropoden häufig zu findende Fossilien. Auch eine Schicht mit karbonisiertem Pflanzenmaterial (Farne) findet man am Cabo Mondego.

Eine besondere Attraktion sind die gut erhaltenen Abdrücke von carnivoren Dinosauriern aus dem Mittleren und Oberen Jura.




Der Leuchtturm (Farol) des Cabo Mondego



Neben dem geologischen Reichtum des Cabo Mondego findet sich in der Serra da Boa Viagem aufgrund der Vielfalt an relativ ungestörten Ökosystemen ein Reichtum an Pflanzen- und Tierarten mit erhöhter Biodiversität. Die Kalktriften der Serra sind reich an Orchideen und anderen Geophyten und die Kalkkliffe der Serra bieten Greifvögeln gute Lebens- und Nistmöglichkeiten. Die mediterrane Hartlaubvegation der Serra ist ebenfalls von grossem Interesse. Leider gibt es auch negative Seiten: der Abbau des Kalksteins durch die CIMPOR am Cabo Mondego: der dauernde landschaftliche Schäden hinterlassen hat und immer noch im Gange ist.



Der Abbau von Kalk durch die CIMPOR am Cabo Mondego



Die Riffe des Cabo Mondego




Iris lusitanica – eine seltene und endemische Iris in der Serra da Boa Viagem



Versinterter Wasserfall (Cascata)



Ruine einer alten Wassermühle (Moinho de água)



An den Lorbeerwald (Laurisilva) erinnernde Vegetation in einem Tälchen bei Quiaios am Nordhang der Serra da Boa Viagem



2. Die Felskliffe und Riffe des Cabo Mondego





Karte 3 - Geologische Wanderung in der Serra da Boa Viagem

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Die Rundwanderung beginnt am Strand von Murtinheira, wo sich Kalkmergelschichten des Übergangs vom Unteren zum Mittleren Jura beobachten lassen. In Murtinheira befindet sich der Estratotyp des Übergangs von Aalenium-Bajocium, welcher zur Klassifikation der chronogstratographischen Stufen des Übergangs vom Unteren zum Mittleren Jura als GSPS (Global Boundary Stratotype Section and Point) im Jahr 1996 durch die IUGS (International Union of Geological Sciences) ausgewählt worden ist. Damit besitzt Murtinheira eine weltweite geologische Bedeutung zur Klassifikation und Abgrenzung des Mittleren Jura.


Von Murtinheira aus führt der hier kartierte geologische Wanderweg am Abbaugebiet der CIMPOR vorbei bis zum Leuchtturm (Farol) des Cabo Mondego. Auf der Strecke zum Leuchtturm finden sich auch Sandsteine mit Geröllen der Unteren Kreide, die alte Ablagerungen eines Flussbettes vermuten lassen. Vom Leuchtturm aus führt der Weg über eine Teilstrecke, die als "Geologischer Pfad" bekannt ist und mit gelb-grünen Wegmarkierungen ausgestattet ist. Diese Teilstrecke ist besonders reich an Ammoniten des Jura. Der Rückweg führt durch das Vale da Anta, das von besonderer landschaftlicher Schönheit ist und kürzlich von der Portugiesischen Regierung zusammen mit dem Cabo Mondego unter Schutz gestellt worden ist. Von dieser Schutzmassnahme ausgenommen sind allerdings die Abbaugebiete der CIMPOR am Cabo Mondego.



Länge der Wanderstrecke : 6km



Weitere Beobachtungen:


Die geogenen und biogenen Riffe (keine Korallenriffe!) des Cabo Mondegos sind reich an marinen Lebewesen und besonders wertvoll für den naturkundlich interessierten Wanderer.


(Es sei hier auch darauf hingewiesen, dass das Aufsammeln von Fossilien in Portugal gesetzlich verboten ist.)



Tintenfische, Miesmuscheln und Entenmuscheln – häufige in den Riffen des Cabo Mondego vorzufindende Weichtiere und Krebstiere, die von der lokalen Bevölkerung gerne aufgesammelt werden.




Ein Ammonit des Jura vom Cabo Mondego




3. Die Strände und Dünen von Quiaios




Karte 4 - Rundwanderweg durch die Dünen von Quiaios

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Rundwanderweg entlang der Atlantikküste und durch die Dünenwälder von Quiaios. Der Wanderweg führt entlang eines einsamen Sandstrandes bis zum Strand von Costinha, der ab und zu von Anglern zum Meeresangeln besucht wird. Von dort aus führt der Wanderweg durch die Dünenwälder und über Quiaios bis an den Strand von Quiaios zurück. Interessant ist vor allem die charakteristische Dünenvegetation mit iberischen und lusitanischen Endemismen wie der Weissen Krähenbeere (Corema album) - auf portugiesisch als "camarinhas" bekannt. Die weissen Beeren reifen ab Juni-Juli und sind essbar. Sie lassen sich auch zu einem köstlichen Gelee verarbeiten. Die Weisse Krähenbeere gehört zur Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae). Weiterhin finden sich im Gebiet der Dünen und der Serra da Boaa Viagem die essbaren Früchten des Erdbeerbaums (Arbutus unedo), der ebenfalls der Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae) angehört.


Vom Schwierigkeitsgrad her ist die Wanderung noch als leicht einzustufen, obwohl die Länge von 22km zu berücksichtigen ist. Abkürzungen sind allerdings möglich. Als Orientierungshilfe in den Dünenwäldern ist auf jeden Fall ein Kompass zu empfehlen - und ein Handygerät für Notfälle.


Länge der Wanderung: 22km



Blick auf die Strandsiedlung "Praia de Quiaios" und die Dünenwälder - Blick von dem Aussichtspunkt der "Bandeira" in der Serra da Boa Viagem aus.





Bodyboarder am Strand von Murtinheira






Früchte der Weissen Krähenbeere (Corema album) in den bewaldeten Dünen und in den Sekundärdünen entlang des Sandstrandes.



Ein reicher Flechten- und Mossteppich in den bewaldeten Dünen, in dem im Herbst der zu den Ritterlingen gehörende Grünling (Tricholoma equestris), ein von den Portugiesen geschätzter Speisepilz (neuerdings allerdings zu den Giftpilzen gerechnet), gesammelt wird




4. Die Dünenseen von Quiaios



Karte 5 - Wanderung zu den Dünenseen von Quiaios

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Dieser Wanderweg besitzt keinen erhöhten Schwierigkeitsgrad und führt über asphaltierte Strassen. Er ist auch ideal für Radtouren. Der Weg zu den Seen ist von Quiaios aus beschildert (-->Lagoas)

Länge des Wanderweges:

Quiaios bis zum ersten See: 5km

Weg entlang der Seen: 8km.




Ein Dünensee von Quiaios



Beobachtungen:


Die Dünenseen (Lagoas) von Quiaios (Lagoa das Braças; Lagoa da Vela und Lagoa do Salgueiro) bieten eine idyllische und ruhige Seenlandschaft, ideal zum Ausspannen und für ein Picknick im Grünen (Picknickplätze, jedoch keine Grillplätze sind vorhanden). Besonders wertvoll auch für Vogelbeobachtungen. An seltenen Pflanzen finden sich der insektenfressende Sonnentau (Drosera spec.) sowie Reliktpflanzen des Lorbeerwaldes (Laurisilva) wie Myrica faya aus der Familie der Myricaceae.





Drosera intermedia – eine insektenfressende Pflanze der Dünenseen von Quiaios



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Zum Erhalt weiterer Informationen können sie die Webseite des Umweltvereins "Trilhos de Esplendor" mit Sitz in "Praia de Quiaios" und die Blogs (Caminhadas na Praia de Quiaios; Flora da Serra da Boa Viagem; Fauna da Serra da Boa Viagem; Habitats do Triângulo do Cabo Mondego) besuchen oder sich direkt an den Verein wenden. Eine ausführliche Liste mit den wissenschaftlichen Namen, 5000 Fotos und Weblinks von ca 1000 Pflanzen- und Tierarten der Region findet sich unter dem Folienblatt: "Fauna e Flora do Triângulo do Cabo Mondego - Serra da Boa Viagem - Google Docs".


Zur Bestellung und Vormerkung "Geführter Wanderungen" setzen sie sich bitte mit dem Verein "Trilhos de Esplendor" telefonisch oder über email in Verbindung (Tel. 967460855 oder Mail: horst.engels@gmail.com).

Weitere Wanderungen sind in dem Blog: Caminhadas na Praia de Quiaios beschrieben.

Quinta-feira, 27 de Novembro de 2008

Projekt_Praia_Quiaios




Naturwanderungen  am Strand von Quiaios (Cabo Mondego, Figueira da Foz, Portugal)

Treffen mit der Natur am Strand von Quiaios.

Aus systemischer Perspektive.


Durchgeführt werden im Jahresverlauf (normalerweise freitagmorgens ab 8.30h) kleine Spaziergänge am Strand von Quiaios und in der Serra da Boaviagem. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die wertvollen Tierbestände und Pflanzenbestände des Strand von Quiaios (Praia de Quiaios) und der Serra da Boaviagem in ihren Systemen aufzuzeigen:


- die Arten und Habitate von Pflanzen und Tieren in dieser Region;

- die diversen Habitate und Ökosysteme, in welchen diese Arten anzutreffen sind.


Fig. 1 - Strand von Quiaios (Praia de Quiaios) vom Cabo Mondego aus gesehen


Das Cabo Mondego und die Dünen von Mira, Gândara und Gafanhas, an einem der  westlichsten Zipfel Europas, vereinen auf einem relativ kleinen Gebiet ein vielfältiges Spektrum von Ökosystemen und Habitaten von grossem ökologischen Wert.


Fig. 2 - Cabo Mondego und die Dünen von Mira, Gândara e Gafanhas (PTCON0055 )



Die folgende Liste von natürlichen und halb-natürlichen Habitaten (entsprechend dem Annex B-1 der EU-Richtlinie 92/43/EWG "Fauna, Flora Habitat" wurde vom ICN-B (Instituto da Conservação da Natureza e da Biodiversidade) im Rahmen des "Plano Sectorial da Rede Natura 2000 " für die Dünen von Mira, Gândara und Gafanhas veröffentlicht:


1. LEBENSRÄUME IN KÜSTENBEREICHEN UND HALOPHYTISCHE VEGETATION
11. Meeresgewässer und Gezeitenzonen
12. Felsenküsten und Kiesstrände
1170Riffe
1210Einjährige Spülsäume
1230
1240
Felsenküste und Kiesstrände

2. DÜNEN AN MEERESKÜSTEN UND IM BINNENLAND
21. Dünen an den Küsten des Atlantiks sowie der Nord- und der Ostsee
22. Dünen an Mittelmeerküsten
2110Primärdünen
2120Weißdünen mit Strandhafer Ammophila arenaria
2130* Festliegende Küstendünen mit krautiger Vegetation (Graudünen)
2150* Festliegende entkalkte Dünen der atlantischen Zone (Calluno-Ulicetea)
2170Dünen mit Salix repens ssp. argentea (Salicion arenariae)
2190Feuchte Dünentäler
2260Dünen mit Hartlaubvegetation der Cisto-Lavenduletalia
2270* Dünen -Wälder von Pinus pinea und/oder Pinus pinaster

3. SÜSSWASSERLEBENSRÄUME
31. Stehende Gewässer
32. Fließgewässer — Abschnitte von Wasserläufen mit natürlicher bzw. naturnaher Dynamik (kleine,
mittlere und große Fließgewässer), deren Wasserqualität keine nennenswerte Beeinträchtigung
aufweist
3110Oligotrophe, sehr schwach mineralische Gewässer der Sandebenen (Littorelletalia uniflorae)
3150Natürliche eutrophe Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions oder Hydrocharitions
3270Flüsse mit Schlammbänken mit Vegetation des Chenopodion rubri p.p. und des Bidention p.p.
3280Permanente mediterrane Flüsse: Paspalo-Agrostidion und Galeriewälder aus Salix und Populus alba

4. GEMÄSSIGTE HEIDE- UND BUSCHVEGETATION
4030Trockene europäische Heiden

5. HARTLAUBGEBÜSCHE (MATORRALS)
52. Baumbestandene Matorrals im Mittelmeerraum
53. Thermo-mediterrane Gebüschformationen und Vorsteppen
5230* Baumförmige Matorrals mit Laurus nobilis
5330Thermo-mediterrane Gebüschformationen und Vorwüsten (sonstige Gesellschaften)

6. NATÜRLICHES UND NATURNAHES GRASLAND
61.
62. Naturnahes trockenes Grasland und Verbuschungs-Stadien
64. Naturnahes feuchtes Grasland mit hohen Gräsern
6110
Kalk-Pionierrasen (Alysso-Sedion) auf Fels
6210Naturnahe Kalk-Trockenrasen und deren Verbuschungsstadien (Festuco-Brometalia) (* besondere Bestände mit bemerkenswerten Orchideen)
6420Mediterranes Feuchtgrünland mit Hochstauden des Molinio-Holoschoenion
6430Feuchte Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe

8. FELSIGE LEBENSRÄUME UND HÖHLEN
82. Steinige Felsabhänge mit Felsspaltenvegetation
83. Andere felsige Lebensräume
8210Kalkfelsen mit Felsspaltenvegetation
8330Völlig oder teilweise unter Wasser liegende Meereshöhlen

9. WÄLDER
91. Wälder des gemäßigten Europas
91E0* Auen-Wälder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae)
91F0Hartholzauewälder mit Quercus robur, Ulmus laevis, Ulmus minor, Fraxinus excelsior oder Fraxinus angustifolia (Ulmenion minoris)
92A0Galeriewald mit Salix alba und Populus alba



Auf blauem Grund: prioritäre Lebensraumtypen (*)



Es existieren hier an der westlichen Grenze des Europäischen Kontinents, zwischen Atlantik und Binnenland, Küstendünen mit endemischen Pflanzen wie zum Beispiel die Krähenbeere (Corema album) aus der Familie de Empetraceae, deren Beerenfrüchte essbar sind.


 

Fig 3a - Krähenbeeren (Corema album) in den Graudünen von Praia de Quiaios



Fig 3b - Sternkiefer (Pinus pinaster) und Schirmpinie (Pinus pinea)
 in den Dünen von Praia de Quiaios



Im Osten schliesst sich an den Strand von Quiaios (Praia de Quiaios) ein kleines Gebirge, die Serra da Boaviagem, an, welche Pflanzengesellschaften im Übergang zwischen mediterranen und atlantischen Arten beherbergt. Diesen Pflanzengesellschaften gehören seltene Orchideenarten und andere endemische Pflanzenarten auf naturnahen Kalk-Trockenrasen und deren Verbuschungsstadien (Festuco-Brometalia) (* besondere Bestände mit bemerkenswerten Orchideen - Habitat 6210 ), gut an das rauhe Klima de Cabo Mondego angepasst, an.



Fig. 4 - Pulicaria odora - eine Art aus de Familie der Korbblüter (Compositae)






Fig. 5a,b,c- Iberis procumbens ssp. microcarpa


Fig. 6 - Armeria welwitschii



Das Cabo Mondego, welches die südliche Grenze des Strandes von Quiaios bildet, besitzt mit seinem marinen Litoral wertvolle Riffe von grossem ökologischen Wert und mit ihrer ungestörten geolgischen Formation des Mittleren Juras einen wertvollen Schatz an Fossilien sowie ein wertvolles geologisches Zeugnis.

Nach Norden erstrecken sich vom Strand von Quiaios aus wertvolle Dünenlandschaften mit Weissdünen, Graudünen und weiten Dünen-Wäldern: die Dünen von Gândara, Mira und Gafanhas.
 
Und der Atlantische Ozean mit dem Cabo Mondego hinterlässt mit seinem oftmals aufgewühlten Meer bleibende Eindrücke bei jedem, der die ungestörte Natur liebt.

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Fig. 7  - Das Cabo Mondego im Winter




Fig. 8  - Die Riffe des Cabo Mondego




Fig. 8a - Fossilien vom Cabo Mondego


Fig. 8b - Fossilien vom Cabo Mondego


Südlich vom Cabo Mondego findet sich das Estuar des Mondego. Dieses Estuar gehört nicht mehr zu den Dünen von Gândara, Mira und Gafanha. Aufgrund der geringen Entfernung zum Strand von Quiaios und dem landschaftlichen und ökologischen Reichtum des Estuars lohnt es sich aber, dieses zu besuchen. Wir unternehmen deshalb auch Wanderungen auf die Ilha de Murraceira. Diese Insel befindet sich im Mündungsgebiet des Mondego, welches der Ramsarkonvention angehört. Dieses Gebiet, in dem der Mondegofluss sich in zwei Seitenarme, die Insel umschliessend, aufspaltet, besitzt im südlichen Deltabereich reiche Salzwiesen und Salinen. Hier wird auch Aquakultur betrieben. Hier lassen sich Salzpflanzen (Halophyten ) und seltene Wattvögel wie Flamingos ( Phoenicopterus roseus ) und Stelzenläufer (Himantopus himantopus) sowie die Salzgewinnung aus Meersalz beobachten.


Salzwiesen im Süden der Ilha da Murraceira

Die Mondego-Brücke in Figueira da Foz

Eine alte Windmühle auf der Ilha da Murraceira

Salzextraktion in Salinen auf der Ilha da Murraceira

Flamingos in verlassenen Salinen

Antiker Holzschuppen (palheiro) zur Lagerung von Salz




  Wanderungen:2

   





 
  • (VI) Die Seen (Wanderung ab: Associação "Trilhos de Esplendor"")




Vorträge:

  • (VII) Untersuchungen über Dynamische Systeme (1h – Vortrag: Associação "Trilhos de Esplendor"")
  • (VIII) Zusammenfassung der Vorträge von Carl Friedrich von Weizsäcker zur Frage "Wohin begeben wir uns und was sollen wir tun?" (1h – Vortrag: Associação "Trilhos de Esplendor"")





Links:


Flora da Serra da Boaviagem (Figueira da Foz)
http://floradaserradaboaviagem.blogspot.com/

Fauna da Serra da Boaviagem (Figueira da Foz)
http://faunadaserradaboaviagem.blogspot.com/

Photos de horstengels
http://www.panoramio.com/user/199980
Photos de horstengels2
http://www.panoramio.com/user/1601996
Maria da Assunção Ferreira Pedrosa de Araújo: Geomorfologia Litoral
http://web.letras.up.pt/asaraujo/seminario/Aula7.htm
Fixação e Arborização das Dunas do Litoral
http://www.drapc.min-agricultura.pt/base/documentos/fixacao_dunas.htm
Biogeografia de Portugal Continental
https://woc.uc.pt/fluc/getFile.do?tipo=2&id=915
The Coastal Vegetation of the Portuguese Divisory sector: Dune cliffs and Low-Scrub Communities
http://www.ceg.ul.pt/finisterra/numeros/2000-69/69_04.pdf
(Pflanzensoziologisch wichtige Veröffentlichung)
COSTA, J.C. (2001) – Tipos de vegetação e adaptações das plantas do litoral dePortugal continental.
In Albergaria Moreira, M.E., A. Casal Moura, H.M. Granja & F.
Noronha (ed.) Homenagem (in honorio) Professor Doutor Soares de Carvalho: 283-299. Braga. Universidade do Minho.
  (Didaktisch wertvolle Arbeit)

XXXII: Aditamentos à vegetação do Sector Divisório-Português
http://www.scielo.oces.mctes.pt/pdf/slu/v10n1/10n1a09.pdf
Invasões biológicas
http://www1.ci.uc.pt/invasoras/

Flora Iberica
http://www.rjb.csic.es/floraiberica/

(Wichtigste Veröffentlichung zur Iberischen Flora - noch nicht abgeschlossen)
Fauna Ibérica
http://www.fauna-iberica.mncn.csic.es/index.php
Flora Digital de Portugal
http://www.jb.utad.pt/pt/herbario/cons_reg.asp
Herbário da Universidade de Coimbra
http://www.uc.pt/herbario_digital
Plano Sectorial da Rede Natura 2000
Convenção Ramsar http://www.ramsar.org/

Siehe auch:
o blog: Fotofigueira
o blog: Casa do sal
o blog: Flora da Serra da Boaviagem (Figueira da Foz)
o blog: Fauna da Serra da Boaviagem (Figueira da Foz)



Anmeldung zu Wanderungen:

Umweltverein (Associação Ambiental) "Trilhos de Esplendor" – PRCT Pavilhão Terreiro 3,  Praia de QuiaiosRua da Praia. 3080-515 Figueira da Foz. Weitere Informationen: Tel. 967460855 und email: horst.engels@gmail.com



2Die Zeiten der Wanderungen nach vorheriger Absprache im Café. Sprachen: Portugiesisch, Deutsch, Englisch.










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